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Generationengerechte und zukunftsorientierte Energie

Die Energiewirtschaft ist eine der wichtigsten und bedeutendsten Wirtschaftszweige der Industriestaaten, die stetig neue Innovationen fordert und Diskussionsbedarf insbesondere hinsichtlich Effizienz, Umweltverträglichkeit und Akzeptanz aufwirft. Zudem ist dieser Wirtschaftszweig grundlegend für alle anderen Wirtschaftsbereiche, denn die Energieversorgung muß stets gewährleistet und bezahlbar sein. Dies stellt eine große Herausforderung dar, denn Strom läßt sich nicht in gewünschtem Maße speichern, sondern muß zur Verbrauchszeit produziert und eingespeist werden.
Wir Jungen Liberalen dürfen uns nicht zu plakativen Forderungen bekennen, sondern müssen eine Energiewirtschaft fordern, die die Energieversorgung auch für unsere Kinder sicherstellt und mit unserer Umwelt, unserem Lebensraum, respektvoll umgeht und uns auch in 50 Jahren nicht vor unlösbare Probleme stellt.

Lastverteilung:
Die Energieversorgungsunternehmen unterteilen die Energieversorgung in drei Lastbereiche, denen sie Energiegewinnungsanlagen zuordnen, die für die Versorgung in den einzelnen Bereichen verantwortlich sind. Dabei zeichnet sich die Grundlast, die weit mehr als ein Drittel der in Deutschland verbrauchten Energie darstellt, dadurch aus, daß hier äußerst effiziente Energieanlagen zum Einsatz kommen, deren Stromgewinnung möglichst günstig sein soll. Hier können Einschränkungen in Kauf genommen werden, daß das Hoch- und Runterfahren einer Anlage durchaus mehrere Stunden oder gar Tage dauern kann.
Im Mittellastbereich müssen die Anlagen etwas schneller in oder aus dem Netz genommen werden können, der Energiegewinnungspreis darf entsprechend den Anforderungen höher liegen.
Im Spitzenlastbereich ist der Strompreis dagegen sekundär, da diese Spitzen nur wenige Male am Tag für nur kurze Dauer in Anspruch genommen werden. Ein extrem schnelles Hoch- und Runterfahren der Anlagen ist äußerst wichtig.

Konventionelle Stromkraftwerke:
Bei den konventionellen Kraftwerken werden ausschließlich Verbrennungskraftanlagen geführt. Hierzu zählen neben Kohlekraftwerken (Stein- und Braunkohle) auch Gasverbrennungskraftwerke, Ölverbrennungskraftwerke und mittlerweile die Müllverbrennungskraftwerke. Konventionelle Kraftwerke werden in Grundlast- und Mittellastbetrieb eingesetzt.
Alle diese konventionellen Kraftwerke zeichnen sich durch ihren Schadstoffausstoß aus, der komplizierte Filteranlagen erforderlich macht, um den geforderten maximalen Schadstoffausstoß zu gewährleisten. Zudem werden extrem große Mengen an Brennstoff benötigt, um die geforderte Energie zu produzieren. Alleine eine Brennwertbetrachtung zeigt, daß diese Anlagen nur wenig effizient arbeiten können, denn der Wirkungsgrad solcher Verbrennungsanlagen liegt bei rund 30-35% (Kraft-Wärme-Kopplung ausgenommen).

Kernkraftwerke:
Kernkraftwerke zeichnen sich durch einen extrem hohen Wirkungsgrad aus und liefern einen sehr günstigen Strom. Die Energiegewinnung erfolgt insgesamt sehr sauber, jedoch bereitet die Zwischen- und Endlagerung bis heute noch Schwierigkeiten. Atomkraftwerke werden ausschließlich in der Grundlast eingesetzt, da sie eine hohe Anfahrtszeit besitzen. Allein rund 28% des deutschen Stroms wird durch Kernkraftwerke zur Verfügung gestellt.


Regenerative Energien:
Wasserkraft
Wasserkraftwerke werden je nach Bauart als Mittellast- oder Spitzenlastkraftwerke betrieben. Die Mittellastkraftwerke, die in Staustufen in Flüssen, mittlerweile aber auch als Strömungskraftwerke auf Meeresgrund eingesetzt werden, können fast ausschließlich positiv bewertet werden.
Ebenfalls positiv können die Spitzenlastkraftwerke bewertet werden, die zu Spitzenzeiten das Wasser aus Stauseen in das Tal strömen lassen, um Energie zu erzeugen und zu Zeiten niedrigen Stromverbrauchs das Wasser wieder in die Seen pumpen. Diese Kraftwerke werden vor allem in Österreich und der Schweiz eingesetzt, um den deutschen Strombedarf zu Spitzenzeiten zu decken, während diese Länder im Gegenzug Grundlaststrom aus Deutschland erhalten.

Windkraft
Windkraftanlagen werden im Mittellastbereich und vereinzelt im Spitzenlastbereich eingesetzt. Werden die Windkraftanlagen in Off-Shore-Windparks oder an geeigneten On-Shore-Standorten in Küstennähe eingesetzt, arbeiten diese Kraftwerke äußerst sauber und effizient. Hingegen ist der Einsatz im Landesinneren an weniger windreichen Standorten fraglich. Gesetzliche Vorgabe ist eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 5m/s, was jedoch nichts über die Windhäufigkeit aussagt, bzw. verlangt. Übersehen werden dabei häufig zwei essentielle Punkte. Zum einen muß für jede Windkraftanlage ein konventionelles Kraftwerk mit entsprechendem Output vorgehalten werden, um den Energiebedarf auch bei Windstille zu garantieren, desweiteren ist die Auswirkung auf das Klima bezüglich der Windänderung bzw. -abschwächung nachwievor ungeklärt.
Desweiteren muß erwähnt werden, daß einzelne Windkraftanlagen im Landesinneren nicht gerade förderlich für die dortige Flora und Fauna sind. So ergeben sich doch erhebliche Licht-Schatten-Effekte und die Lärmbelästigung ist schon von weitem zu vernehmen.
Verantworten läßt sich dies durchaus in einzelnen, großen Windparks, die außerhalb von Zugvogelrouten liegen, jedoch nicht an beliebigen Standorten, um den Kommunalpolitikern die Glaubhaftigkeit des umweltbewußten Handelns zu bescheinigen.

Sonnenkraft
Die Solarenergie kann im Mittellast- und Spitzenlastbetrieb eingesetzt werden, jedoch nur tagsüber und effizient nur an sonnigen Tagen. Desweiteren ist der Wirkungsgrad einer Solarzelle bei der Gegenüberstellung von aufgewendeter Energie zur Herstellung und erzeugter Energie während der Lebenszeit äußerst gering und daher der Einsatz entsprechend fraglich.

Sonstige Energien:
Der Vollständigkeit halber seien hier noch Biomasse, neue fossile Brennstoffe u.ä erwähnt. Biomassekraftwerke sind in Dänemark weit verbreitet und scheinen dort auch relativ effizient zu arbeiten. In Deutschland kommen diese fast nicht zum Einsatz, was verständlich ist, betrachtet man sich den Aufwand, der betrieben werden muß, um die Hygiene zu gewährleisten, damit keine Seuchen „von Stall zu Stall“ getragen werden (BSE wäre in Deutschland über die Biomassekraftwerke zu einer wahren Katastrophe ausgeartet).
Neue fossilie Brennstoffe und weitere „neue“ Energien sind technisch und physikalisch noch nicht ausgereift, um diese hier sinnvoll weiter diskutieren zu können.

Status quo der Energiewirtschaft:
Seit knapp 20 Jahren werden in Deutschland keine neuen Kernkraftwerke mehr gebaut, dafür politisch geächtet. Dies hat zur Folge, daß auch die technischen Neuerungen dort nur notdürftig und zeitversetzt eingeführt werden. Zudem fordert die Bundesregierung z.B. die Stillegung Tschechischer Kernkraftwerke aus Sicherheitsgründen, die jedoch wesentlich unbedenklicher sind, als dies z.B. die Kraftwerke in Biblis (A) und Philippsburg (I) sind. Innovationen in diesen Bereichen sind von Firmen zu tragen.
Viele der deutschen Verbrennungskraftwerke sind spätestens nach dem Einstellen bzw. schrittweise Einstellen des deutschen Kohleabbaus überholt und letztlich durch den Kohleabbau subventioniert. Desweiteren existieren Müllverbrennungsanlagen aus Zeiten, in denen viele Gemeinden und Kreise davon überzeugt waren, sie müssen ein solches betreiben, die mittlerweile jedoch entweder stillstehen, völlig unausgelastet und damit ineffizient betrieben werden oder gar Müll aus dem Ausland hinzukaufen, was letztlich so oder so eine Subvention des Betreibers, hier also Gemeinde oder Kreis bedeutet, da viele andere Kreise ihren Müll in die benachbarten Ostländer exportieren, da dort aus verschiedenen Gründen die Müllverbrennung weitaus günstiger ist.
Auch der Abbau von Kohle, die Nutzung von Öl und Erdgas ist aufgrund der schwindenden Ressourcen auf Jahrzehnte beschränkt und stellt nachwievor ein wichtiger, mitunter kaum zu substituierender Rohstoff in anderen Branchen dar (z.B. Stahlerzeugung).
Topologisch betrachtet hat Deutschland weitestgehend seine Möglichkeiten hinsichtlich der Nutzung der Wasserkraft ausgenutzt. Jedoch besteht auf europäischem Terrain durchaus noch die Ausbaufähigkeit. Durch die Aufnahme der neuen Mitglieder in die EU, aber auch durch die Fortschritte der ehemaligen Schwellenländer wie z.B. Portugal wird der Energiebedarf in Europa weiter steigen, also werden diese Länder auch hinsichtlich der eigenen Energieversorgung diese Standorte für Wasserkraft nutzen und ausbauen.
Bleibt noch die Betrachtung der weiteren regenerativen Energien. Die Solarenergie wird bereits seit über 20 Jahren erheblich subventioniert, ohne den entscheidenen Durchbruch erlangt zu haben. Die Solarenergie führt ein Schattendasein und ist in unseren Breiten kaum ein ernstzunehmender Energielieferant, wird jedoch aus Unwissenheit und politischem Kalkül weiter subventioniert. Der Bürger bezahlt teuer für eine zumindest in Deutschland wenig sinnvolle Technologie und bekommt dafür ein reines Gewissen propagiert. Ähnlich verhält es sich mit der Windenergie. Diese Energie ist, so wie sie in weiten Teilen Deutschlands eingesetzt wird, ineffizient, teuer und schlichtweg störend. Auch hier zahlt der Bürger viele Steuern für eine Subvention, die in keiner vernünftigen Relation steht. Zudem ist der Bürger gezwungen, diese überteuerten Energien aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetz(EEG) zu kaufen.

Energie der Zukunft:
Das Thema der Energie der Zukunft ist brisanter denn je. Die Ressourcen werden knapper, die Bevölkerungsanzahl steigt und zusätzlich die benötigte Pro-Kopf-Energie. Zudem ist die Energiewirtschaft die Grundlage für unsere Umwelt und den Raubbau an selbiger. Wir Junge Liberale dürfen nicht der Vernichtung unserer Umwelt zustimmen und selbiger durch die Verschleierung sinnloser Subventionen, die Schuldenberge anhäufen, an denen unsere Kinder und Kindeskinder noch zu zahlen haben. Generationengerechte, zukunftsorientierte Energie bedeutet saubere, effiziente und kostengünstige Energie zu verwenden.
Der Status quo zeigt jedoch, daß wir weit von unserem Ziel entfernt sind und noch einige Hausaufgaben zu erledigen haben, um die Energiewirtschaft der Zukunft einsetzen können.

Deshalb fordern die Jungen Liberalen Hessen:

1.Die sinnlosen Subventionen im Bereich der regenerativen Energien müssen abgeschafft werden und jede weitere Subvention, die für neue Energien eingeführt wird, auf maximal sieben Jahre beschränkt werden. Nur eine Energie, die sich auch dauerhaft auf dem Markt etablieren kann, entspricht den zukunftsweisenden Aspekten. Die Gelder, die durch die Abschaffung der Subventionen frei werden, müssen in die Forschung für Energiegewinnung investiert werden, doch dazu später ausführlicher.
2.Zusätzlich zur Abschaffung der Subvention von regenerativen Energien muß das EEG abgeschafft werden, um den freien Energiemarkt zu gewährleisten. Der Bürger muß selbst wählen können, welche Energieformen von welchen Energieunternehmen er hauptsächlich verwenden möchte und aus welchen Energieformen sich die Versorgung in Spitzenzeiten zusammensetzt. Ein freier und vor allem auch durchsichtiger, nachvollziehbarer Energiemarkt muß geschaffen werden, in dem der Bürger und nicht der Staat das Sagen hat.

3.Der Bau von neuen Kernkraftwerken ist zu forcieren, um sowohl die Versorgung mit Energie zu gewährleisten, als auch die fortschrittlichsten und sichersten Technologien verwenden zu können. Dafür sind insbesondere die als kritisch zu betrachtenden Kraftwerke abzustellen, zurückzubauen und diese Standorte für die neuen Kraftwerke zu wählen. Die Standorte verfügen bereits über die notwendige Infrastruktur als auch über entsprechend ausgebildetes Sicherheits- und Katastrophenschutzpersonal und eignen sich daher bestens für die neu zu bauenden Meiler.
4.Das Verbot der Wiederaufbereitung der atomaren Brennstoffe in Deutschland, das 2005 in Kraft tritt, umgehend zurückzunehmen.
5.Ein entsprechender KKW-TÜV hat regelmäßig mit strengsten Maßstäben die Kraftwerke zu überprüfen und kann sie gegebenfalls sofort stillegen, um entsprechende Mängel beseitigen zu lassen.
6.Dem Bürger muß die Möglichkeit gegeben werden, über die Probleme in den KKW's frühzeitig und offen informiert zu werden.

7.Bei den konventionellen Kraftwerken ist zu überprüfen, ob sie dem technischen Standard noch genügen, über ausreichend Leistung verfügen und von ihrer Brennart her noch in den gegebenen Rahmen passen. Sind diese Rahmenbedingen nicht erfüllt, sind diese Kraftwerke zurückzubauen und gegebenenfalls durch neue zu ersetzen. Dies können auch Kernkraftwerke sein, oder aber auch Kraftwerke mit neuen Technologien als Teststandorte.

8.Grundsätzlich sind jegliche Energieformen von sämtlichen zweckentfremdenden oder preissteigernden Steuern zu befreien.

9.Die durch Wegfall der Subventionen freigewordenen Gelder sind in Forschung zu investieren. Desweiteren kann eine Forschungssteuer auf Energie erhoben werden, die ausschließlich in die Forschung für Energietechnologie fließen, was durch Veröffentlichung der entsprechenden Daten gewährleistet sein muß. Forschungsschwerpunkte müssen insbesondere in den folgenen Themengebieten gesetzt werden: Endlagerung und Wiederaufbereitung der Brennstäbe, neue Brennstoffe, alternative Energiegewinnung, Wirkungsgradsteigerung.

10.Grundsätzlich muß an jedem Standort geprüft werden, ob sich eine Kraftwärmekopplung anbietet. Die Kraftwärmekopplung erhöht den Wirkungsgrad des Kraftwerks und hilft, Energie zu sparen, die durch den Wärmetransport bereitgestellt werden kann. Neue Kraftwerke sind grundsätzlich mit der Möglichkeit zur Kraftwärmekopplung auszustatten, um nach mehrjähriger Laufzeit ein Nachrüsten zu ermöglichen.

Kernkraftwerke stellen in der Form der heute eingesetzten Fissionskraftwerke nicht unbedingt die Technologie der Zukunft dar, jedoch bleibt bei Betrachtung der Alternativen im Bereich der Grundlast aufgrund der Kosten und Effizienz jede andere Erzeugungsform im Vergleich weit zurück.
Im Mittellastbetrieb eignen sich insbesondere Strömungs- und Staustufenwasserkaftwerke, Müllverbrennungskraftwerke und effektive Parks mit regenerativen Energien.
Der Spitzenlastbereich ist durch den bisherigen Energieaustausch mit unseren Alpennachbarn Österreich und Schweiz, ergänzend mit eigenen Wasserkraftwerken und teilweise regenerativen Anlagen recht gut besetzt.
Neue Technologien müssen erforscht und entwickelt werden, um den stetig steigenden Energiebedarf zu decken, dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Forschungseinrichtungen entsprechend unterstützt und durch Landesmittel geschaffen werden.

11.Unterstützend muß für den Beruf des Ingenieurs im Energiebereich geworben werden, denn schon seit Jahrzehnten übersteigt in diesem Bereich die Nachfrage das Angebot an ausgebildeten Fachkräften.