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Nationales Stipendienprogramm

Ein Schritt in die richtige Richtung

Anfang Juli hat der Bundesrat dem nationalen Stipendienprogramm zugestimmt. Bundsbildungsministerin Anette Schavan (CDU) hatte vorher eine finanzielle Entlastung der Länder angekündigt. Die Bafög-Erhöhung wurde jedoch vom Bundesrat in den Vermittlungsausschuss verwiesen. Aus Sicht der Jungen Liberalen (JuLis) möchte ich kurz diese Entscheidungen kommentieren. 

Auf dem 38. Bundeskongress der Jungen Liberalen wurde beschlossen, dass die Bundesregierung die Richtlinien zur Gewährung von Stipendien durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung vom Einkommen der Eltern lösen solle. Sämtliche Förderrichtlinien seien entsprechend umzugestalten. Dieser Forderung genügt das beschlossene nationale Stipendienprogramm: Die Hochschulen können monatlich 300€ unabhängig vom Einkommen der Eltern an ihre besten Studenten vergeben. Damit wird es möglich, Begabte zu fördern und den Bildungsstandort Deutschland weiter zu stärken. Die Unabhängigkeit der Auszahlung vom elterlichen Einkommen ist hierbei eine Frage der Gerechtigkeit.

Wie irreal Ansichten anderer politischer Vertreter sein können, zeigt sich in der Aussage der bildungspolitischen Sprecherin der Fraktion Die Linke, Janine Wissler. Sie sieht das nationale Stipendienprogramm als „Extra-Taschengeld für die Elite“. Die Stipendien kämen vor allem denen zugute, die finanziell nicht darauf angewiesen seien. Die unabdingbare Beziehung von elterlichem Wohlstand und kindlicher Bildung herzustellen halte ich für völlig falsch. Jeder Mensch ist individuell und unterschiedlich begabt. Dabei hängt doch die Bildungsfähigkeit eines Kindes bzw. Studenten nicht von dessen elterlichem Einkommen ab. Deshalb ist die Entscheidung für die einkommensunabhängige Förderung von Leistung nur gerecht und bildungspolitisch an der Realität gemessen.

Auf dem 40. Bundeskongress beschlossen die JuLis, dass Chancengerechtigkeit und ein sozialer Ausgleich nur durch ein Stipendienprogramm und „durch ein ausreichend finanziertes und gerecht ausgestaltetes BaFöG-System gewährleistet“ werden kann. Dieses Ziel muss nun als nächster Schritt umgesetzt werden. Das Stipendienprogramm ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, darf aber nur der Anfang einer umfassenden Förderung des Bildungsstandortes Deutschland sein. Ich hoffe, dass dies dem Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag bewusst ist.

Benedikt Happ
-Kreisvorsitzender-

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