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Schwarz-Gelb

FDP verschärft Ton im Steuerstreit

„In der CDU müssen einige begreifen, dass die Abkassierpolitik der großen Koalition jetzt zu Ende gehen muss“, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart dem FOCUS. Bund, Länder und Gemeinden nähmen nach den Prognosen der Steuerschätzer 2013 insgesamt rund 124 Milliarden Euro mehr ein als 2005. „Wenn wir die Menschen bis dahin um insgesamt 24 Milliarden Euro entlasten, geben wir ihnen ein Fünftel dieser zusätzlichen Steuereinnahmen zurück. Dem Staat bleiben damit immer noch 100 Milliarden Euro mehr – im Jahr. Damit muss er auskommen“, sagte Pinkwart, der auch Innovationsminister und FDP-Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen ist.

„Schwarz-rote Erblast“

Pinkwart sagte weiter, das Wort „Steuergeschenke“ könne er nicht mehr hören: „Bei der geplanten Entlastung geht es nicht um Almosen des Staates. Die Menschen, die sich ihr Einkommen selber verdient haben, sollen mehr davon behalten dürfen.“

Auch der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke wies in FOCUS Kritik an den geplanten Steuersenkungen zurück. „Nicht die von der FDP geforderten Steuersenkungen sind das Problem, sondern die Hinterlassenschaft von Union und SPD mit einer Finanzierungslücke von 300 Milliarden Euro bis 2013“, sagte Fricke, der Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion ist. „Gerade wegen dieser Erblast muss es zur verstärkten Ankurbelung der Wirtschaft kommen.“ Steuersenkungen und verantwortungsvolles Sparen seien zwei Seiten derselben Medaille.

CSU-Landesgruppe will Kommission

Der neue Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Hans-Peter Friedrich, will die konkrete Ausgestaltung der für 2011 geplanten Steuersenkung in die Hände eines politischen Expertengremiums legen. „Die Kommission soll unmittelbar nach der Steuerschätzung im Mai 2010 ihre Arbeit beginnen und Zeitpunkt sowie Umfang der Entlastungen festlegen“, sagte Friedrich FOCUS. Neben den Koalitionsfraktionen sollten unbedingt auch die Vertreter der Länder beteiligt sein.

 Aus "Focus Online" vom 07.11.2009