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Marburger Seelsorgekongress wirft Fragen auf

Kein Platz für Homophobie

Der Mitte Mai stattfindende „Internationale Psychotherapie und Seelsorgekongress“, wird von den Jungen Liberalen Marburg mehr als kritisch betrachtet. Sie fordern die Stadt und die Universität auf, einem pseudowissenschaftlichen Treffen dieser Art nicht durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten den Anstrich von Wissenschaftlichkeit zu verleihen.

Die Jungen Liberalen kritisieren vor allem die einseitige Darstellung „richtiger“ Lebensentwürfe und das Ausblenden gegensätzlicher Meinungen. Das Fehlen einer solchen ganzheitlichen Betrachtungsweise ist ein eindeutiges Indiz für die Ausgrenzung eines Meinungsspektrums und ist von öffentlicher Seite daher nicht zu unterstützen.

Die Jungen Liberalen nehmen zur Kenntnis, dass Herr Vaupel sich von den homophoben Positionen distanzieren möchte. Damit ist es allerdings nicht vereinbar, dass auch weiterhin die Diskriminierung von Homosexuellen aktiv durch Bereitstellung von Räumlichkeiten unterstützt wird. „Und insbesondere die Verantwortlichen der Philipps-Universität Marburg sollten wissen, dass eine Heilbarkeit von Homosexualität in keiner Wissenschaft als Möglichkeit diskutiert wird“, so Kirill Steinert, Vorsitzender der Jungen Liberalen Marburg-Biedenkopf. „Mit Psychotherapie hat das nichts zu tun!“, so Steinert weiter.

Nach Meinung der Jungen Liberalen sollten auch die Mandatsträger des Stadtparlaments hier ein deutliches Zeichen für den toleranten Umgang mit der Sexualität aller Mitbürger setzen. „Wir hoffen darauf, dass insbesondere die Fraktion der FDP sich in liberaler Tradition für Toleranz und gegen die Diskriminierung einzelner Bevölkerungsgruppen stark macht“, so Kirill Steinert.